Wohnprojekte

Häufig haben gerade Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Kommunikations- und Antriebsstörungen große Schwierigkeiten, den Anforderungen gerecht zu werden, die in unserer Gesellschaft an Mieter, insbesondere an solche, die Empfänger von Transferleistungen sind, gestellt werden. Hinzu kommt, dass sich diese Menschen oft nicht in gängige Hilferaster einfügen.

Andere Gruppen stehen hier ebenfalls vor schier unlösbaren Problemen. So finden ehemals Suchtkranke oder Straffällige selten bezahlbaren Wohnraum – und wenn, häufig nur in sozialen Brennpunkten, so dass häufig schon bald wieder das Abgleiten in alte Verhaltensmuster geschieht. Der Rückfall in die Sucht oder gar in Kriminalität ist dann vorprogrammiert.

In Zukunft wird es auch eine größere Anzahl von Migrant_innen geben, deren Integration misslingt. All diese Menschen sind in Gefahr, in Obdachlosigkeit zu geraten und Parallelgesellschaften aufzubauen.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Die Situation auf dem Wohnungsmarkt muss als prekär bezeichnet werden. Sozial Schwache haben auf ihm kaum noch Zugang zu geeignetem Wohnraum. Durch die starke Nachfrage wird diese Lage noch beträchtlich verschärft. Bewerberhaushalte mit geringen oder fehlenden Erwerbseinkommen bzw. mit negativen Einträgen bei Wirtschaftsinformationsunternehmen (Schufa oder Creditreform) werden von vielen Vermietern, v.a. von größeren Wohnungsunternehmen, abgelehnt. Für Transferleistungsbezieher verengt sich zudem das Angebot, da diese nur im Sinne des Gesetzes „angemessene“ Wohnungen anmieten dürfen. Für Wohnungslose beschränken sich dadurch die Versorgungsmöglichkeiten auf ein kleines Segment von räumlich konzentrierten Wohnungen im privat vermieteten Markt.

Möchte man all diese Entwicklungen vermeiden oder zumindest abmildern, ist es wichtig, ein – im übertragenen Sinn – „barrierefreies Wohnen“ anzubieten.

Ziel sollte die Bereitstellung von „begleitetem“ Wohnraum für Menschen mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf sein. Dabei sollen vor allem Möglichkeiten der sozialen Einbindung geboten und dadurch eine Gettoisierung der Betroffenen vermieden werden, indem das Wohnangebot mit einem Betreuungs-, Beschäftigungs-, Freizeit- und Kontaktangebot verbunden wird.

Ideal sind dafür kleinere Wohnanlagen in der Nähe von öffentlichen Verkehrsmitteln, zugleich jedoch außerhalb der sozialen Brennpunkte. Unsere psychosoziale Betreuung hilft dabei, Alltagsschwierigkeiten und Konflikte wesentlich besser zu bewältigen. Sie begegnet der für benachteiligte Menschen, insbesonsere bei zusätzlichen seelischen Behinderungen, symptomatischen Tendenz, sich aus Angst vor Mitmenschen und infolge des fehlenden Vertrauens in sich selbst und die eigene Kommunikationsfähigkeit aus dem sozialen Zusammenleben zurückzuziehen und in Depressionen oder Sucht zu verfallen. Dadurch wird im Rahmen unserer Wohnprojekte das Risiko erheblich vermindert, dass sich ihre Behinderungen verschlimmern und verstetigen bzw. sie in kriminelle oder von Drogenproblemen beherrschte Verhaltensmuster zurückfallen.

Um diese Ziele zu erreichen, haben wir eigene Wohnprojekte initiiert und kooperieren bei Wohnprojekten und Wohngruppen in Einbeck, Göttingen, Hann. Münden, Osterode am Harz und Uslar mit der